Am 2. Februar waren die Jungen Liberalen Göppingen und andere politische Jugendorganisationen beim Verein Direktversicherungsgeschädigte e.V. in Stuttgart eingeladen. Thema war die betriebliche Altersvorsorge – insbesondere die Frage, ob sie die Rentenlücke schließen kann und was es beim Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge zu beachten gilt.
Wir JuLis Göppingen waren die einzige anwesende Jugendorganisation und konnten neue Eindrücke gewinnen sowie unsere Positionen zum Thema Rente teilen.
Besonders das Thema Direktversicherung beschäftigt den Verein stark. Laut dem Verein waren Kapitalauszahlungen bis 2003 beitragsfrei, und Betriebsrenten mussten nur mit dem Arbeitnehmeranteil verbeitragt werden. Seit Januar 2004 müssen jedoch alle Bezieher von Kapitalauszahlungen oder Betriebsrenten aus betrieblicher Altersvorsorge den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Bei monatlicher Auszahlung waren diese Beiträge schon in der Einzahlungsphase beitragspflichtig, weshalb der DVG e.V. hier von einer Doppelverbeitragung spricht.Nach Ansicht des DVG e.V. hat die betriebliche Altersvorsorge dadurch erheblich an Attraktivität verloren und stellt eine Benachteiligung gegenüber der Riester-Rente dar.
Nach dem ausführlichen Informationsvortrag über die Direktversicherung gab es Gelegenheit zur Diskussion, an der sich auch unser Kreisvorsitzender beteiligte.
Wir Jungen Liberalen Göppingen halten eine Doppelverbeitragung für unfair und setzen uns für deren Abschaffung ein. Wir glauben jedoch nicht, dass die betriebliche Altersvorsorge allein die Rentenlücke schließen kann. Dafür braucht es eine umfassende Reform, die in der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge höhere Aktienanteile vorsieht – anstatt auf immer mehr Schuldenaufnahme durch den Staat zu setzen. Außerdem sollte die Beitragszusage zur betrieblichen Altersvorsorge allen Betrieben ermöglicht werden. Auch Kleinstbetriebe, die bislang wegen hoher Haftungsrisiken zurückschrecken, könnten ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern so eine betriebliche Rente anbieten.
Die gesetzliche Rente sollte neben einer stärkeren Kapitaldeckung auch durch ein reformiertes Beamtentum gestärkt werden – beispielsweise durch eine langfristige Beschränkung von Neuverbeamtungen auf bestimmte hoheitliche Aufgaben. Dadurch würden mehr Menschen in Deutschland in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und diese langfristig erhöhen.